Dienstag, 1. November 2011

Kulturschock

21.10.11 bis 1.11.11

San Pedro de Atacama - Calama - Antofagasta - Santiago de Chile

Nach dem ich viele Restaurants in San Pedro ausgetestet, meinen Bauch vollgeschlagen, mich mit anderen Toureros getroffen, die Ausruestung wieder auf Vordermann gebracht habe, gehts per Tagesausflug mit dem Velo in den Nationalpark Valle de la muerte und Valle de la luna: Eindrueckliche Wuestenlandschaften mit Canyons, bizarren Felsformen, Hoehlen, riesigen Duenen und Mondlandschaften. Die einen versuchen sich beim Sandboarden auf der Duene, ich kraxle da lieber hinauf bis zum hoechsten Punkt, geniesse die gewaltige Aussicht und renne die riesige Duene der Falllinie nach nach unten, was fuer ein Gaudi in dem Sand! Ich habe Freude wie ein kleines Kind.
Nach ein paar Tagen San Pedro schaffe ich es doch noch, mich davon zu verabschieden und es geht in ein paar Tagen anstrengender Radlerei durch die knochentrockene Atacama-Wueste nach Antofagasta am Pazifik. Puenktlich um 12.00 Uhr setzt jeweils der starke Gegenwind ein. Das heisst fuer mich fruehe Tagwache und am Vormittag radeln was das Zeug haelt damit ich schon vor dem Einsetzen des Gegenwindes ein rechtes Stueck zurueckgelegt habe. Auf der Strecke gibts etliche verlassene, zerfallene und riesige Geisterstaedte. Die bieten wunderbare und spezielle Campingmoeglichkeiten. Es faellt mir richtig schwer, bei einer so grossen Auswahl, die richtige Wohnung fuer mein Zelt zu finden...
In Antofagasta gibts sogar einen offiziellen Campingplatz. Der ist direkt am Meer gelgegen. Doch die anfaengliche Idylle taeuscht. Die Zeltnachbarn haben ihre Musikanlage dabei, plaeren stundenlang schrecklich ins Mikrofon und spaeter laeuft ohrenbetaeubende Musik (das Zelt erzittert) und zwar bis morgens um 8.00 Uhr. Anstaendiges Reklamieren, weniger anstaendiges Ausrufen, Ohrenstoepsel und 3x um den Kopf gewickelter Schalfsack bringen nichts, an Schlaf ist kaum zu denken. Aber nicht nur die direkten Nachbarn machen Mais, nein, der ganze Zeltplatz (der am Tag menschenleer war) verwandelt sich in der Nacht in einen riesigen Fest- und Saufplatz.
Von Antofagasta gehts dann wie geplant weiter mit dem Bus bis nach Santiago. Koennt euch ja vorstellen wie ich - nach den Erfahrungen in Cusco - die lange Busfahrt hinter mich gebracht habe: jede Stunde mindestens 15 Minuten Turnuebungen....
Seit ich in Chile bin, bin ich wie in eine neue Welt eingetaucht. Ploetzlich gibts wieder gute Strassen mit Markierungen und Wegweisern, geordnete Stadteinfahrten ohne Chaos, Gehupe und wegversperrende Marktstaenden auf der Strasse, es gibt Shoppingcenters und riesige Supermaerkte (mit bis zu 47 Kassen und Emmentaler und Emmi-Fondue). Auch die Sprache hat sich geaendert. Hatte ich doch langsam das Gefuehl ein bisschen vom gesprochenen Spanisch zu verstehen, seit ich in Chile bin ist das Spanisch fuer mich aber wie Chinesisch. Die Chilenen sprechen etwa doppelt so schnell und halb so deutlich sie ihre noerdlichen Nachbarn. Auch verschwunden sind die vielen farbigen und traditionellen Trachten, die Huete und die so typische Musik.

Den naechsten Donnerstagvormittag werde ich am Flughafen von Santiago verbringen und im Stundentakt Asi, Judith und Ueli abholen. Und dann gehts los zum Trekking.


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